Pflegezentren

Im Kanton Zürich gibt es rund 350 Betriebe in der Langzeitversorgung. Die Patienten können ihr Pflegezentrum oder ihr Alters(pflege)heim frei wählen. 

unterschiedliche angebote

Im Netzwerk Zürcher Pflegzentren VZK (NZP) sind neun Betriebsgruppen mit rund 2500 Pflegebetten vertreten. Die meisten ihrer Bewohner sind mittel oder schwer pflegebedürftig. Im Schnitt beträgt die Aufenthaltsdauer weniger als ein Jahr. Das NZP ist der grösste Anbieter von Langzeit- und Übergangspflegebetten im Kanton Zürich. 

PFLEGEZENTREN: PFLEGE IM FOKUS

Pflegezentren übernehmen von den Akutkliniken und Psychiatrien mittel und hoch pflegebedürftige Patienten, die im ambulanten Umfeld und in Alters(pflege)heimen nicht optimal gepflegt und betreut werden können. Sie sind in der Lage, Pflegenotfälle sofort oder innerhalb weniger Stunden aufzunehmen – rund um die Uhr: Beispielsweise wenn Betreuungspersonen ausfallen oder überfordert sind. Damit es nicht soweit kommt, bieten Pflegezentren auch Ferienaufenthalte für pflegebedürftige Menschen an.

Der durchschnittliche Pflegegrad ihrer Patienten liegt bei der Stufe fünf bis sechs von zwölf. Die Aufenthaltsdauer in einem Pflegezentrum liegt weit unter einem Jahr. Zu den typischen Vertretern gehören beispielsweise die Pflegezentren der Stadt Zürich, welche Mitglied beim NZP sind.

ALTERS(PFLEGE)HEIME: BETREUTES WOHNEN IM FOKUS

Alters(pflege)heime legen den Fokus auf betreutes Wohnen mit Pflegedienstleistungen legen: Ihre Bewohner leben mit Pensionsvertrag über Monate und Jahre dort. Ihr Pflegegrad ist tief (bis ca. Stufe drei). Deshalb haben diese Einrichtungen keine fest angestellten Ärzte und Therapeuten sowie relativ wenig ausgebildetes Pflegepersonal. Zu den typischen Vertretern gehören beispielsweise die Alterszentren der Stadt Zürich.

Finanzierung auf einen Blick

Da die Bewohnenden nicht nur für die Pflege, sondern auch für Betreuungs- und Pensionskosten aufkommen, tragen sie den grössten Teil der Kosten. Hingegen geht die Kostensteigerung in der Pflege zu Lasten der Gemeinden. Das liegt daran, dass ihr Beitrag variabel ist.

An die Pflegekosten bezahlen Krankenkasse und Bewohnende einen fixen Anteil. Den Rest der Kosten trägt die Gemeinde. Betreibt sie das Pflegezentrum oder Alters(pflege)heim selbst, muss sie ein allfälliges Defizit ausgleichen. Hat sie einen Leistungsauftrag mit der Institution, dann bezahlt sie die Differenz zum ausgehandelten Tarif. Handelt es sich um eine Institution, die nicht von der Gemeinde betrieben wird und mit der auch kein Leistungsauftrag besteht, kommt das sogenannte Normdefizit ins Spiel.

Normdefizit = Maximalbeitrag der Gemeinde für Institutionen ohne Leistungsauftrag
Das Normdefizit bezeichnet den Preis, den die Gemeinde maximal zahlen muss. Der Kanton errechnet diesen Wert über die Normkosten. Die Normkosten entsprechen den Pflegekosten jener Institution, die in der Mitte zwischen dem günstigsten und dem teuersten liegt. Zieht man von den Normkosten den Anteil ab, den die Patienten und Krankenversicherer bezahlen müssen, ergibt sich daraus das Normdefizit. Es ist eine Art Kostendach, welches die Gemeinden davor schützt, den vollen Preis eines teureren Pflegezentrums oder Alters(pflege)heims bezahlen zu müssen. 

  Pflege Betreuung / Hotellerie
Bewohner/in ja - fixer Beitrag
(CHF 6.20 oder CHF 21.60/Tag)
ja
versicherung

ja - fixer Beitrag
(12 Pflegestufen, zwischen CHF 9.00 und 108.00)

nein
Gemeinden

ja - variabler Beitrag
als Betreiber:  Restkosten
mit Leistungsauftrag:  effektive Pflegekosten / ausgehandelte Taxe
ohne Leistungsauftrag: max. bis zur Höhe des Normdefizits

nein

 

Forderungen netzwerk zürcher pflegezentren VZK (NZP)

Politik und Behörden setzen die Rahmenbedingungen und steuern damit, was im System passiert. Das Netzwerk Zürcher Pflegezentren VZK (NZP) fordert, dass die Pflegezentren als eigenständige Versorgergruppe anerkannt werden. Denn der Unterschied in der Pflegeintensität zwischen Alters(pflege)heim und Pflegezentren ist hoch (vgl. Ø Pflegestufen). Zudem braucht es faire Finanzierungsmodelle.

  • Pflegezentren sollen künftig höhere Auflagen erfüllen als Alters(pflege)heime, um eine Betriebsbewilligung zu erhalten. Das ist wichtig, um die Qualität der Betreuung von Bewohnerinnen und Bewohnern mit höheren pflegerischen Anforderungen zu sichern.
  • Die Liste der Pflegezentren und der Alters(pflege)heime soll künftig getrennt voneinander geführt werden. So kann der Benchmark für die Berechnung des Normdefizits separat ermittelt werden und die Pflegekosten in Pflegezentren sind künftig gedeckt.

Die Abgeltung für das Angebot der Akut-Übergangspflege (AAÜP) soll durch eine Fallpauschale abgelöst werden, analog derjenigen im Akutspital. Auch die Kostenbeteiligung der Patienten soll sich angleichen.

Weitere Forderungen:

  • Überregionale Bedarfsplanung für spezialisierte Pflegeheimplätze
  • Die Restkostenfinanzierung muss neu geregelt werden
nachrichten

03.01.2019 | News

Ausbildungspflicht für Pflegezentren

Der Regierungsrat führt ab 1.1.2019 eine Ausbildungspflicht in der Langzeitpflege ein. Diese soll dem Fachkräftemangel entgegenwirken

18.12.2018 | News

Gesundheits-versorgungsbericht 2018 stützt Positionen des VZK

Die Gesundheitsdirektion hat am Freitag, 14. Dezember 2018 den Gesundheitsversorgungsbericht 2018 veröffentlicht. Der VZK nimmt Stellung dazu.

26.01.2018 | Medienmitteilung

Neues Demenzlabel «DementiaCare©»

In den Häusern des Netzwerkes Zürcher Pflegezentren (VZK) sind bis zu 70% der Bewohnenden von Demenz betroffen. Ihre Lebensqualität soll gestärkt werden.

netzwerk zürcher pflegezentren (VZK)
Ausbildungspflicht
pflegefinanzierung
Partner
informationen der gesundheitsdirektion